Windows Server-Sicherung macht keine inkrementellen Sicherungen mehr.

תשובה Windows Server-Sicherung macht keine inkrementellen Sicherungen mehr.

  • Samstag, 21. April 2012 17:59
     
     

    Hallo Forum,

    Ich kämpfe seit einiger Zeit bei einem SBS2011 mit dem Phänomen, dass WSS nur noch (außer C) vollständige Sicherungen macht und keine inkrementellen mehr, obwohl "Schnelle Sicherungsleistung" aktiviert ist. Die Sicherung wurde ganz normal mit dem Assitenten eingerichtet, und gesichert wird auf zwei, im Wechsel eingesetzte, externe USB-Platten.
    Es werden mit WSS drei Partitionen gesichert. SYSTEM(C:), DATEN(D:), DatenArchiv(Q:)
    In den ersten Wochen funktionierte das Wechselspiel zwischen Vollständig und Inkrementell, doch plötzlich wird nur noch C: inkrementell gesichert, die Partitionen mit den Daten nur noch "Vollständig". Die Sicherungen, die zunächst (außer der Ersten) nur eine halbe Stunde dauerten, brauchen jetzt 3-4 Stunden.
    Kennt jemand das Problem? Hat jemand eine Idee wie ich wieder zur Normalität zurück finden kann.

    Für eine Hilfe wäre ich wirklich dankbar.

    mfg

    Markus Mueller

     

    Markus Mueller

Alle Antworten

  • Dienstag, 24. April 2012 13:18
     
     Beantwortet

    Hallo Forum,

    dank der regen Teilnahme an der Problemlösung, ist es mir tatsächlich gelungen Abhilfe für das massiv störende Problem zu finden.

    Nachfolgend eine kurze Beschreibung zum Ziel.

    Leider ist der Weg nicht ganz eindeutig, da ich zwei Schritte gleichzeitig gemacht habe. Aber vielleicht bringt ja eine nachfolgende Diskussion noch mehr Licht ins Dunkle.

    Meine Vermutung das Problem könnte irgendetwas mit VSS zu tun haben führte mich zu einer Web-Seite mit 11 Punkten zur Reparatur von VSS.

    Quelle: http://backupchain.com/Volume-shadow-copy-service-error-troubleshooting.html

    Erster Schritt:

    Umgesetzt von den 11 Punkten habe ich aber nur Punkt 2, da die Überprüfung mit "vssadmin list writers" bei mir keine Fehler ergab.

    Auszug:

    Open vssadmin from the command line (run cmd as administrator).
    Enter vssadmin delete shadows /all to clean up any dead VSS snapshots. Some defect systems accumulate hundreds of VSS snapshots that persist in the system and cause Windows to become unresponsive.
    Enter vssadmin list writers and check for errors. If you receive any errors for one VSS writer, you may need to fix that particular VSS writer. It is common to receive writer errors caused by Microsoft's Virtual Server 2005 VSS writer.

    Zweiter Schritt:

    Durch "Zufall" tauchte in den Ereignissen während der letzten Sicherung die ID 36 volsnap für das oben beschriebene DatenArchiv "Q:" auf. Das war soweit ich das verfolgen konnte das erste Mal.

    Die ID 36 veranlasste mich dann, mir die Schattenkopien vom Laufwerk Q nochmal näher anzuschauen und sie mit anderen Installationen zu vergleichen. Doch wie bei allen anderen Installationen waren die Schattenkopien bis auf Laufwerk C wie erwartet deaktiviert. Was gibt es also hier noch zu verändern bzw. was ist hier falsch?

    Es gibt in diesem Dialogfeld Lasche Schattenkopien zu jedem Laufwerk noch die Möglichkeit auf Einstellungen.. zu klicken, obwohl der "intelligente Mensch" sich sagt, "wenn deaktiviert muss ich keine Einstellungen bearbeiten". Dass sieht Microsoft aber scheinbar anders.

    Nach dem Klick auf Einstellungen, konnte ich dann auch Unterschiede zu den funktionierenden Sicherungen feststellen. Das Limit von meiner "Q" stand auf 320MB. Ich habe das Limit auf ca. 10% der Festplattengröße angehoben.

    Problem gelöst!

    Bei der nächsten Sicherung wurde wieder ganz normal in kürzester Zeit "inkrementell" gesichert.

    War jetzt der erste Schritt der Lösungsansatz oder der zweite Schritt? Ich tendiere ja zu dem zweiten, kann aber nicht nachvollziehen was sich MS dabei gedacht hat.

    Vielleicht ist ja der Thread jetzt etwas interessanter und der Eine oder Andere kann noch ein paar logische Details zur Aufklärung hinzufügen.

    mfg


    Markus Mueller

  • Mittwoch, 2. Mai 2012 11:06
    Moderator
     
     

    Hallo Markus,

    das hat meistens nicht mit Interesse zu tun, sondern liegt an der Komplexität und Analyse der Fragestellung und der damit zu verwendenden Zeit.

    Grundsätzlich ist zu sagen:

    Windows Server Backup sichert blockbasierend wie folgt:

    Initiale Sicherung ist IMMER ein Vollbackup, welches in die angegebene Ordnerstruktur ("<StorageLocation>\WindowsImageBackup\<ComputerBackedUp>\") als VHD gesichert wird.

    Sämtlich weitere Sicherungen (Ausnahme: Speicherort ist nicht ein lokales Blockdevice sondern ein UNC) werden mit Hilfe von VSS (Stichwort: "shadow copies versioning" - Speicherort: "<Volume>:\System Volume Information\") nach folgendem Schema inkrementielle gesichert:

    • So first backup all 4 blocks will be moved to destination
          ABCD (Source) ---> ABCD (Destination)
    • In the next backup cycle let’s say the block A changed to A'. So this time the file is A'BCD.  Therefore only A' will be moved to the destination like this, and the block A will be saved in a separate location [here: "<Volume>:\System Volume Information\"]
          A' (Source) ---->  A'BCD (Destination)
                                     A (+ Meta data for version info)
    • In the next backup let’s say again A' changed to A'', so the file is now A''BCD
          A'' (Source)  ----> A''BCD (Destination)
                                      A' (+Metadata)
                                      A (+Metadata)

    Source: http://blogs.technet.com/b/sbs/archive/2008/11/03/introducing-sbs-2008-backup.aspx

    Dabei ist zu beachten, dass der Volume Shadow copy Service (VSS) von vielen Komponenten genutzt und zentral konfiguriert wird, jedoch jeweils davon getrennt verwendet wird:

    Windows features and applications that use VSS include the following:

    Source: http://technet.microsoft.com/en-us/library/ee923636

    D.h. zusammengefasst: Sowohl das Löschen der zugehörigen Shadow Copies als auch dafür absolut zur Verfügung stehener Speicherplatz spielt eine Rolle bei der inkrementellen Sicherung (und auch beim Wiederherstellen aus der Selbigen)

    S.a.:

    Recover a Backup Catalog
    http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc725765.aspx

    Windows Server Backup automatic disk usage management
    http://blogs.technet.com/b/filecab/archive/2011/03/14/windows-server-backup-automatic-disk-usage-management.aspx

    Backup Version and Space Management in Windows Server Backup
    http://blogs.technet.com/b/filecab/archive/2009/06/22/backup-version-and-space-management-in-windows-server-backup.aspx

    --
    Tobias Redelberger
    StarNET Services (HomeOffice)
    Frankfurter Allee 193
    D-10365 Berlin
    Tel: +49 (30) 86 87 02 678
    Mobil: +49 (163) 84 74 421
    Email: T.Redelberger@starnet-services.net
  • Donnerstag, 3. Mai 2012 20:18
     
     

    Hallo Tobias,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort und den vielen Links zur tieferen Analyse. Meinen ironischen Satz aus meiner eigenen Antwort nehme ich hiermit zurück, er war eigentlich ohne Hintergedanken aus einer positiven Laune heraus, da ich das Problem gelöst hatte.


    Markus Mueller