none
Hyper-V RRS feed

  • Frage

  • Hallo,

    ich habe das Problem, dass einer unserer Kunden darauf besteht in der Stammpartition von Hyper-V eine Datenbank zu betreiben, da seiner Ansicht nach die VMs ja eh nicht viel Leistung brauchen.

    Das Datenbanksystem wurde von mir aufgesetzt und erst im Nachhinein wurde, ohne Absprache die Hyper-V-Rolle aktiviert.

    Ich weiß, dass man das nicht soll tue mich jetzt aber sehr schwer, dass Ganze sachlich zu begründen, da dieser Aufbau für mich so komplett abwegig ist.

    Könnte mir vielleicht jemand erklären, was auf fachlicher Ebene dagegen spricht?

    Donnerstag, 21. November 2019 12:58

Antworten

  • Moin,

    es sind im Wesentlichen vier Dinge, die in einer Umgebung, wo jede Maschine handgeschnitzt wird, alle wegdiskutiert werden können:

    1. Lizenzierung: Wenn man mit Standard lizenziert und sobald auf dem Blech irgendwas gefahren wird außer Hyper-V und Backup für Hyper-V, ist ein VM-Ausführungsrecht weg.
    2. Ressourcenverteilung: Speziell die CPU lässt sich extrem schlecht abgrenzen, aber auch bei RAM gibt es Konstellationen, wo sich Software in VMs und auf dem Blech gegenseitig im Wege stehen. Da würde ich ich tatsächlich mal die Frage stellen, ob die besagte Datenbank denn so viele Ressourcen benötigt...
    3. Wiederherstellbarkeit und Disaster Recovery: Habe ich ein Backup von einer VM, kann ich das überall fahren, wo Hyper-V vorhanden ist - im Zweifel auf einem Laptop, bis ein neuer Server fertig ist. Was auf Blech ist, stirbt mit dem Blech.
    4. Pflege: Wenn ein Update der Fachapplikation in einer VM schief geht, kann ich auf Backup oder Snapshot zurückgreifen und, wenn alle Stricke reßen, die Maschine sogar schnell neu betanken. Was mache ich, wenn mir das auf einem Virtualisierungshost passiert, auf dem noch andere Workloads als VM ausgeführt werden?

    Evgenij Smirnov

    http://evgenij.smirnov.de

    Donnerstag, 21. November 2019 13:56
  • Moin,

    ad 1. nein, weder noch. Wenn irgendwas anderes drauf ist, darfst Du mit der ersten Lizenz *nur eine* VM ausführen. Aber weitere VMs können (jeweils 2x pro Lizenz) nachlizenziert werden. Bedenke dabei, dass ab 2016 alle Kerne lizenziert werden müssen.

    ad 2. dann steht er den VMs nicht zur Verfügung. Aber. Ob die Applikation, die auf dem Host läuft, ihre Speicherverwaltung sauber betreibt, ist für die Stabilität des ganzen Hosts entscheidend, denn kommt es da zu einer Zugriffsverletzung, bleiben womöglich auch die VMs stehen.

    Oracle RAC? Dann sind das quasi mehrere Bleche, und auf jedem oder auf einigen ist neben Oracle auch Hyper-V aktiv? Und wo wäre dann der Nachteil lizenztechnisch, Oracle-Instanzen auf diesen selben Blechen zu virtualisieren? Du müsstest doch so oder so alle Bleche für Oracle lizenzieren, oder verstehe ich da etwas falsch? 


    Evgenij Smirnov

    http://evgenij.smirnov.de

    Donnerstag, 21. November 2019 14:42

Alle Antworten

  • Moin,

    es sind im Wesentlichen vier Dinge, die in einer Umgebung, wo jede Maschine handgeschnitzt wird, alle wegdiskutiert werden können:

    1. Lizenzierung: Wenn man mit Standard lizenziert und sobald auf dem Blech irgendwas gefahren wird außer Hyper-V und Backup für Hyper-V, ist ein VM-Ausführungsrecht weg.
    2. Ressourcenverteilung: Speziell die CPU lässt sich extrem schlecht abgrenzen, aber auch bei RAM gibt es Konstellationen, wo sich Software in VMs und auf dem Blech gegenseitig im Wege stehen. Da würde ich ich tatsächlich mal die Frage stellen, ob die besagte Datenbank denn so viele Ressourcen benötigt...
    3. Wiederherstellbarkeit und Disaster Recovery: Habe ich ein Backup von einer VM, kann ich das überall fahren, wo Hyper-V vorhanden ist - im Zweifel auf einem Laptop, bis ein neuer Server fertig ist. Was auf Blech ist, stirbt mit dem Blech.
    4. Pflege: Wenn ein Update der Fachapplikation in einer VM schief geht, kann ich auf Backup oder Snapshot zurückgreifen und, wenn alle Stricke reßen, die Maschine sogar schnell neu betanken. Was mache ich, wenn mir das auf einem Virtualisierungshost passiert, auf dem noch andere Workloads als VM ausgeführt werden?

    Evgenij Smirnov

    http://evgenij.smirnov.de

    Donnerstag, 21. November 2019 13:56
  • Hi,

    danke für die schnelle Antwort.

    Grundsätzlich ist das was von mir aufgesetzt wurde (die Datenbank) das Herzstück der kompletten Anlage (Lagerverwaltung), genau genommen ist es ein Oracle-RAC (wegen den Kosten der Oracle-Lizenzen in virtuellen Umgebungen).

    Die VMs sollen am Ende für den Betrieb von zwei speziellen Druckern benutzt werden (was und welche genau entzieht sich aber meiner Kenntniss)

    zu 1.

    Verstehe ich das richtig, dass ich dann eigentlich keine VMs ausführen darf sobald etwas anderes darauf läuft oder dass ich einfach nur zusätzliche Lizenzen bräuchte?

    zu 2.

    ich dachte die Stammpartition hat auf alles vollen Zugriff außer den Prozessor der vom Hypervisor verwaltet wird. Was passiert wenn ich den RAM in der Stammpartition über eine zweit Software (in diesem Fall Oracle) begrenze/reserviere?

    3. und 4. sind klar und wären nicht die Lizenzkosten wäre es immer die erste Wahl alles virtuell laufen zu lassen

    • Als Antwort markiert Florian510 Donnerstag, 21. November 2019 14:09
    • Tag als Antwort aufgehoben Florian510 Donnerstag, 21. November 2019 14:20
    Donnerstag, 21. November 2019 14:08
  • Moin,

    ad 1. nein, weder noch. Wenn irgendwas anderes drauf ist, darfst Du mit der ersten Lizenz *nur eine* VM ausführen. Aber weitere VMs können (jeweils 2x pro Lizenz) nachlizenziert werden. Bedenke dabei, dass ab 2016 alle Kerne lizenziert werden müssen.

    ad 2. dann steht er den VMs nicht zur Verfügung. Aber. Ob die Applikation, die auf dem Host läuft, ihre Speicherverwaltung sauber betreibt, ist für die Stabilität des ganzen Hosts entscheidend, denn kommt es da zu einer Zugriffsverletzung, bleiben womöglich auch die VMs stehen.

    Oracle RAC? Dann sind das quasi mehrere Bleche, und auf jedem oder auf einigen ist neben Oracle auch Hyper-V aktiv? Und wo wäre dann der Nachteil lizenztechnisch, Oracle-Instanzen auf diesen selben Blechen zu virtualisieren? Du müsstest doch so oder so alle Bleche für Oracle lizenzieren, oder verstehe ich da etwas falsch? 


    Evgenij Smirnov

    http://evgenij.smirnov.de

    Donnerstag, 21. November 2019 14:42
  • Hi,

    zu 1. danke für die Info das war mir so nicht bekannt aber danke für die Erklärung ist gut zu wissen.

    zu 2. Ok d.h. solange Oracle seitig alles passt sollte das auch funktionieren

    zum Oracle RAC: ja sind zwei Blechkisten (mit drei zusäzlichen Storage-Systemen, wegen Quorum und so)

    Hyper-V soll am Ende auf beiden laufen, tut es momentan nur auf einem.

    Thema Lizensierung: Oraclce will, dass man alle Hyper-V-Hosts im Unternehmen Lizensiert --> habe ich mehr wie zwei Hyper-V-Hosts ist es teurer und wenn ich die Ausfallsicherheit über einen Hyper-V-Cluster gewährleisten kann, ist das RAC an sich hinfällig.

    Donnerstag, 21. November 2019 14:58