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Zugriffe auf Netzwerkfreigabe unter Windows 10 sehr langsam RRS feed

  • Frage

  • Hallo zusammen,

    ein Kunde verwendet eine Warenwirtschaft, die dateibasierend arbeitet und *.dbf sowie *.cdx-Dateien auf eine Netzwerkfreigabe (Server 2012 R2) schreibt/liest. Unter Windows 7 läuft das recht performant, selbst bei älterer PC-Hardware und 100Mbit-LAN. Bei den neuen Rechnern unter Windows 10 (1909) verhält sich die Warenwirtschaft (selbst bei Gigabit-LAN) sehr träge, was laut Hersteller an der Netzwerkverbindung liegt.

    Der Hersteller hat ein eigenes Benchmark-Tool zur Messung - ein sog. "Indexwert" von mindestens 200 wird empfohlen. Auf den alten Windows 7-Rechnern mit 100Mbit erreichen wir auch Werte um 250, also völlig okay. Die neuen W10-PCs kommen nur auf rund 90 bis 120 - nur mal so als Vergleich.

    Am Virenschutz liegt es nicht - konnte ich bereits ausschließen. Welche Ursachen könnte es noch haben?

    Danke und Gruß
    (Woly)

    Donnerstag, 3. September 2020 10:19

Alle Antworten

  • Ehrlich?

    Ich denke, da nun mal keine echte Serverlösung eingesetzt wird, sondern jeder Client seine eigene Bearbeitung einer DBF und CDX betreibt, liegt es an den Unmengen der Abfragen sowie komplexen Sperrmechanismen um konkurierende Update zu verhindern.
    Diese Art der Client/Server-Lösungen ist nun mal stark veraltet. Auch ist die Frage, welche Kommunikationsmethoden verwendet werden die durch Sicherheitseinschränkungen vielleicht ausgebremst werden.
    Hier sollte eine Datenverkehrs-Analyse betrieben werden.

    Meine Empfehlung: Stellt die Datenbanken/Anwendungen auf SQL-Server, Firebird o.ä. um. Das sind moderne Technologien, die diese Probleme nicht kennen.

    Hier ist halt der Softwarehersteller gefragt. Er muss seine Software für Windows 10 eben freigeben oder auch nicht und nicht einfach beahaupten, Windows sei Schuld.


    • Bearbeitet Der Suchende Donnerstag, 3. September 2020 12:52
    Donnerstag, 3. September 2020 12:52
  • Hi!

    Ich finde ja auch, dass dateibasierende Datenbanken nicht ganz auf dem neuesten Stand sind. Der Hersteller ist ja auch involviert in die Lösungssuche; ich hoffe allerdings, auf diesem Wege noch Anregungen zu finden, denen ich selber nachgehen kann.

    Vielleicht fällt ja noch jemandem was ein? SMB-Einstellungen etc...

    Danke!
    (Woly)

    Donnerstag, 3. September 2020 16:39
  • Ich denke nicht dass es mit SMB zu tun hat sondern eher mit den verwendeten Sperrverfahren.
    Ein Linetrace oder auch Accesstrace (Processmonitor o.ä.) wäre da evtl. hilfreich.

    Bzgl. der reinen Übertragungswege konnte ich bisher noch keine Nachteile entdecken.

    Donnerstag, 3. September 2020 20:44
  • Ich denke nicht dass es mit SMB zu tun hat sondern eher mit den verwendeten Sperrverfahren.

    ...und dieses hat mit der SMB-Version zu tun. SMB1 hatte Opportunistic Locking, SMB2+ bedienen sich anderer Mechanismen (Leases).

    Die meisten Probleme hat hier schon immer SMB2 gehabt. Kannst Du bitte mal abfragen, welche Version gesprochen wird  (Get-SMBConnection)? Windows 10 zu Server 2012R2 müssten 3.0.2 aushandeln... 

    Versuch's mal, ob es besser wird, wenn Du auf 3.1 hochgehst, somit Server 2016 oder höher. Kannst es erst mal mit Windows 10 als "Fileserver" versuchen, dann können halt nur max 10 Leute gleichzeitig zugreifen.



    Evgenij Smirnov

    http://evgenij.smirnov.de

    Freitag, 4. September 2020 06:19
  • Nun ja, wenn man das hier liest, kann man Opportunistic Locking für SMB2+ gar nicht mehr abschalten.
    https://support.microsoft.com/en-us/help/296264/configuring-opportunistic-locking-in-windows

    By default, opportunistic locking is enabled for server message block (SMB) clients that run one of the Windows operating systems that is listed in the "Applies to" section. Opportunistic locking lets clients lock files and locally cache information without the risk of another user changing the file. This increases performance for many file operations but may decrease performance in other operations because the server that grants the opportunistic lock must manage the breaking of that lock when another user requests access to the file.

    Da man aber einfache LockFile-API's absetzt hat man ja kaum Einfluss auf die Art der Verwaltung.
    Klar, wenn Opportunistic Locking für SMB1 abgeschaltet wurde, könnte dies nun eine Ursache sein.

    Freitag, 4. September 2020 07:47
  • Hallo Evgenij,

    tatsächlich wird unter Windows 10 und Server 2012 R2 mit SMB 3.0.2 gearbeitet - laut Get-SMBConnection.

    Ich nehme mal nicht an, dass ich SMB 3.1 mit einem Update auf den Server installieren kann, oder? Zumindest habe ich diesbezüglich nichts gefunden...

    Oder kann ich die Windows 10-PCs "zwingen", mit SMB 2.1 zu arbeiten?

    Gruß
    (Wolfgang Juchmes)

    Mittwoch, 16. September 2020 13:26
  • Ich denke das wird dann nicht das Problem sein, oder habt ihr auf dem Server was geändert?
    Windows 7 konnte bereits V2.1:

    https://support.dvsus.com/hc/en-us/articles/115004135423-Default-SMB-versions-in-Windows

    Hat denn der Hersteller nicht schon was gefunden oder gleich ganz eine neue Version?
    Die Meldung ist ja nun schon 2 Wochen her.

    Mittwoch, 16. September 2020 13:40
  • Hi!

    Nein, auf dem Server wurde nichts geändert. Die PCs unter Windows 7 laufen ja auch performant. Nach dem Upgrade auf Windows 10 reagiert die Software nur noch schleppend.

    Der Hersteller ist gerade nicht hilfreich - er beruft sich auf bestimmte Hardware-Anforderungen (mind. i5-CPU erforderlich; aber nur i3 vorhanden). Was ich aber für Unsinn halte, denn auf einem i7-Testrechner läuft es keinen Deut schneller. Und die Windows 7-PCs haben teilweise noch ältere CPUs...

    Wenn die Windows 7-PCs mit SMB2.1 schnell laufen und die Windows 10-PCs mit SMB3.0 langsam, wäre es ja tatsächlich mal einen Versuch wert, die Windows 10-PCs auf SMB2.1 zu "zwingen". Geht das?

    (Wolfgang Juchmes)

    Mittwoch, 16. September 2020 13:56
  • Du kannst nur SMB1 aktivieren oder deaktivieren.
    Mittwoch, 16. September 2020 14:38
  • Hi!

    Ich habe testweise auf einem Windows 10-Client mal smb2/3 deaktiviert. Die Verbindung lief dann über smb1.5 - war übelst langsam, also noch schlimmer.

    Tja...

    Kann einer von Euch was mit zwei WireShark-Aufzeichnungen anfangen? Einer von W7 und einer von W10...

    (Wolfgang Juchmes)

    Donnerstag, 17. September 2020 10:38
  • Hallo an alle,

    ich möchte an diesen doch schon etwas älteren Post anknüpfen, da ich bzw. unsere Kunden ebenfalls mit der Umstellung auf Windows 10 massive Performanceprobleme mit ihrem Branchenprogramm haben.

    Es handelt sich bei der Datenbank ebenfalls um *.cdx, *.dbf, *.tim, *.fpt und *.lck Dateien, sprich umd ein dbase Derivat. Selbes "Phänomen" mit Win 7 und 100 Mbit super mit Win 10 und 1Gbit deutlich langsamer, im Verlauf des Tages ohne Neustart der Clients sogar noch langsamer.

    Wir haben schon vieles ausprobiert (Leasingmode und Oplocks deaktiviert, Caching der Clients deaktiviert, Abladen von Prüfsummen und LSO deaktiviert bzw. auf die CPU ausgelagert, was auch ein bisschen mehr Performance bringt, aber leider lange nicht genug).

    Server ist entweder 2019 oder Win 10 Pro (sprich SMB 3.1) per SMB1.0, SMB 2.0 oder SMB 3.1 von Server 2016 gleiches Problem. Wenn man das Programm am Server öffnet und daran arbeitet ist es auch sehr schnell und annehmbar. (Testweise habe ich es am Server selbst als Netzlaufwerk eingebunden, dabei ist aufgefallen, dass Programm ebenfalls deutlich langsamer wird als wenn man es direkt aus der Partition startet -> es muss also mit den Netzwerk/Freigabeprtokollen und Sicherheitsvorkehrungen unter Win 10 zu tun haben)

    Der Programmhersteller stellt sich leider etwas quer und möchte nur schleppend an diesem Problem arbeiten.

    Für mich wäre die Frage, ob bei Wolfgang Juchmes noch etwas rausgekommen ist, was ich eventuell noch probieren kann um die Performance zu steigern oder jemand anderes mir weiterhelfen könnte/möchte.

    Ich möchte bitte keine Belehrung mit SQL ist Stand der Dinge und das läuft auch performant. (weiß ich aber ich kann nicht einfach selbst eine Branchensoftware programmieren und der Softwarehersteller stellt sich wie oben genannt leider etwas quer)

    Freue mich sonst über jede Hilfe!

    Mit freundlichen Grüßen

    Jonas Berger

    Dienstag, 18. Mai 2021 10:22
  • Hallo Jonas,

    leider ist dieses Thema bei uns im Sande verlaufen - der Softwarehersteller meint, dass es auf keinem Fall an seinem System liege (eher an Microsoft) und dass es "so schlimm" ja nicht wäre.

    Weitere Tests haben dann ergeben, dass dieselben Performance-Probleme auch auftreten, wenn man das Ganze mal auf einem Windows 10-Rechner lokal speichert. Es liegt - in unserem Fall - also zumindest nicht am Netzwerk.

    Nach weiteren Tests konnte ich feststellen, dass das Problem bei Mehrkern-CPUs stärker zu werden schien. Da unsere Software immer nur einen Kern verwendet, bekommt die Software bei 2-Kern-CPUs halt nur 50% der Leistung. Bei 4-Kern-CPUs nur 25% und bei 8-Kern-CPUs sogar nur noch 12.5%. Rechner mit einfachen Celeron-CPUs waren nicht betroffen.

    Soll mal einer verstehen, so was...

    Gruß
    (Wolfgang Juchmes)

    Dienstag, 18. Mai 2021 10:33
  • Hallo Wolfang,

    vielen Dank für deine Rückmeldung!

    Bei uns wird das Problem leider nicht im Sand verlaufen, da ca. 250 Praxen ab spätestens 1.10.21 mit diesen Performanceproblem ärgern dürfen.

    Unsere beiden Branchensoftwaren sind dann scheinbar doch etwas anders geschrieben.

    Ich merke deutliche Performanceunterschied, wenn man lokal am Server ohne Netzlaufwerk arbeitet. (wir haben in diesen Fällen auch keine Virtualisierung im Einsatz sondern eine bare metal Installation)

    CPU wäre bei uns ein i9 10900x mit 10 Kernen mit 20 Threads also nur ein 1/20 der Leistung :P

    (weitere Specs für die "großausgebauten" Server: 2x 970 Evo Plus, 64 GB Ram)

    Macht aber keinen Unterschied ob der Server ein i7 mit 16Gb mit "normalen" SSDs oder i9 mit 64gb und Nvme SSDs genutzt werde.....

    Wir sind mit unserem Latein schon lange am Ende es muss irgendeine oder mehre gravierendere Änderungen im Abfragen von Daten von Netzlaufwerken zwischen Windows 7 und Windows 10 geben wodurch dieser Performanceunterschied zustande kommt.

    (Haben auch einen Server 2019 im Einsatz an welchem sowohl Win 10 Geräte als auch Win 7 Geräte als Clients fungieren. Gleiches Spiel Win 7 läuft die Branchensoftware gut, Win 10 deutlich langsamer)

    Grüße

    Jonas Berger

    Dienstag, 18. Mai 2021 11:05
  • Hier gibts ein paar Möglichkeiten, ggf. SMB2 und SMB3 zu deaktivieren, so dass die Software nun noch SMB1 hat (was natürlich aktiviert sein muss):
    https://docs.microsoft.com/de-DE/windows-server/storage/file-server/troubleshoot/detect-enable-and-disable-smbv1-v2-v3#disabling-smbv2-or-smbv3-for-troubleshooting

    Explizit V3 zu deaktivieren habe ich nicht gesehen, aber u.U. ist das mit Deaktivierung V2 eingeschlossen.

    Dienstag, 18. Mai 2021 11:43
  • Hier gibts ein paar Möglichkeiten, ggf. SMB2 und SMB3 zu deaktivieren, so dass die Software nun noch SMB1 hat (was natürlich aktiviert sein muss):
    Explizit V3 zu deaktivieren habe ich nicht gesehen, aber u.U. ist das mit Deaktivierung V2 eingeschlossen.

    Ich werde es mal ausprobieren, aber die alten win 7 laufen ja auch mit smb v3.1 freigaben problemlos schnell
    Mittwoch, 19. Mai 2021 11:36
  • Das wurde aber nicht verwendet:
    https://docs.microsoft.com/de-de/windows-server/storage/file-server/troubleshoot/detect-enable-and-disable-smbv1-v2-v3

    "Das SMBv2-Protokoll wurde in Windows Vista und Windows Server 2008 eingeführt, während das SMBv3-Protokoll in Windows 8 und Windows Server 2012 eingeführt wurde"

    Mittwoch, 19. Mai 2021 11:41
  • Hallo,

    wir hatten das Problem seit 3 Wochen bei einigen Windows 2019er Servern. Wir haben echt viel probiert. Soeben habe ich einen Server gefunden, wo diese "lokalen Netzlaufwerke" schnell gingen. Ich habe mir die SMB Versionen anzeigen lassen und siehe da, bei diesem war SMB2 aktiv, bei all unseren anderen nicht. SMB2 bei den anderen aktiviert und nach dem Neustart war der Zugriff normal schnell.

    Sören

    Mittwoch, 6. Oktober 2021 14:23
  • D.h., dass noch irgendwelche Clients noch mit SMB2 unterwegs sind.
    Mittwoch, 6. Oktober 2021 15:35
  • Hi,

    auf jeden Fall mal die Standardprüfungen machen:

    - Ist ein Virenprogramm eines Drittanbieters aktiv (ggf. vorübergehend deaktivieren)?

    - Firewall vorübergehend deaktivieren.

    Gruß,

    Chris

    Mittwoch, 6. Oktober 2021 15:42